Erscheinungsjahr:
2007
ISBN:
4009750255766
Der 11-jährige Sebastian will unsterblich werden, und er hat dafür einen guten Grund. Denn sonst wartet auf ihn schließlich die ewige Verdammnis als Strafe für seine Sünden. Sebastian hält sich verantwortlich für den Tod seiner Mutter, die bei seiner Geburt gestorben ist, und die gottesfürchtige Mentalität im bayerischen Provinzkaff, in dem Sebastian mit seinem älteren Bruder und dem Vater lebt, ist der perfekte Nährboden für diese fixe Idee. Was sich zunächst anhört wie ein trauriges Drama um die Trauma-Bewältigung einen kleinen Jungen ist tatsächlich eine mal skurrile, mal groteske, permanent schwarzhumorige und sehr fantasievolle Gaudi von Regie-Debütant Marcus H. Rosenmüller. Der entführt seine Zuschauer nicht nur in den Mikrokosmos seines dörflichen Handlungsortes mit entsprechend schrulligen Typen, sondern auch in den Kopf seines jungen Protagonisten, der sich fortlaufend vor dem jüngsten Gericht oder schon im Fegefeuer wähnt. Sebastians Versuche, Unsterblichkeit zu erlangen sind einerseits in ihrer kindlichen Naivität anrührend, andererseits in ihren Auswirkungen hochgradig komisch. Der bayerische Dialekt ist zwar nicht immer leicht zu verstehen, bietet aber haufenweise köstliche Dialogperlen in einer pfiffigen Verbeugung vor der alten deutschen Kunst des Volkstheaters. Mit seiner eigenwilligen Mischung aus Kinderfilm und schwarzem Humor traf Rosenmüller jedenfalls voll den Nerv seines (erwachsenen) Publikums: Vor allem in Bayern avancierte Wer früher stirbt, ist länger tot binnen kürzester Zeit zum Geheimtipp und Kultfilm und mauserte sich zur erfolgreichsten deutschen Programmkino-Überraschung des Jahres 2006.
| Juliavdk | |
| Der elfjährige Sebastian Schneider erfährt von seinem Bruder, dass seine Mutter gar nicht bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, wie vom Vater immer behauptet, sondern bei seiner Geburt. Sein Bruder Franz erzählt ihm auch, dass man nach dem Tod seine Sünden im Fegefeuer büssen muss. Aus Todesangst vor dem Fegefeuer versucht Sebastian unsterblich zu werden. Bei einem Schulbesuch beim Radio erzählt der Moderator, dass Musik unsterblich machen kann. Daher versucht Sebastian, als er die alte Gitarre seiner Mutter findet, spielen zu lernen um unsterblich zu werden. Als Alternative zur Unsterblichkeit versucht Sebastian seinem Vater eine neue Frau zu verschaffen, sozusagen um sich von seinen Sünden rein zu waschen. Leider fällt die Wahl seines Vaters auf Sebastians Lehrerin Veronika, die allerdings mit dem Radiomoderator Alfred verheiratet ist. Als Sebastian Alfred in seinem Studio überraschen möchte um ihn umzubringen, findet er den Moderator röchelnd an einem Seil von der Decke hängend. Anstatt Alfred zu erschießen, durchschießt Sebastian das Seil und rettet Alfred das Leben. Vor lauter Erschöpfung trinkt Sebastian von einem Glas Wasser, welches Alfred mit Schlaftabletten versehen hatte um sich umzubringen. Am Ende stirbt keiner, aber Sebastian erreicht sein Ziel da Alfred ihn im Studio Gitarre spielen lässt und ihn damit unsterblich macht. weiter | |
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