Erscheinungsjahr:
2010
254 Seiten - gebundene Ausgabe
ISBN:
9783462041118
Ich habe lernen müssen, auf dem Sofa zu liegen und nichts anderes zu tun, als Gedanken zu denken.
Wie weiterleben, wenn man von einem Moment auf den anderen aus der Lebensbahn geworfen wird, wenn der Tod plötzlich nahe rückt? Mit seinem Tagebuch einer Krebserkrankung lässt uns Christoph Schlingensief teilhaben an seiner eindringlichen Suche nach sich selbst, nach Gott, nach der Liebe zum Leben.
Im Januar 2008 wird bei dem bekannten Film-, Theater- und Opernregisseur, Aktions- und Installationskünstler Christoph Schlingensief Lungenkrebs diagnostiziert. Ein Lungenflügel wird entfernt, Chemotherapie und Bestrahlungen folgen, die Prognose ist ungewiss - ein Albtraum der Freiheitsberaubung, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint.
Doch schon einige Tage nach der Diagnose beginnt Christoph Schlingensief zu sprechen, mit sich selbst, mit Freunden, mit seinem toten Vater, mit Gott - fast immer eingeschaltet: ein Diktiergerät, das diese Gespräche aufzeichnet. Mal wütend und trotzig, mal traurig und verzweifelt, aber immer mit berührender Poesie und Wärme umkreist er die Fragen, die ihm die Krankheit aufzwingen: Wer ist man gewesen? Was kann man noch werden? Wie weiterarbeiten, wenn das Tempo der Welt plötzlich zu schnell geworden ist? Wie lernen, sich in der Krankheit einzurichten? Wie sterben, wenn sich die Dinge zum Schlechten wenden? Und wo ist eigentlich Gott?
Dieses bewegende Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen - und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.
| Luftballon | |
| 15 Monate ist die Krebsdisgnose her und für Christoph Schlingensief gibt es keinen Tag Urlaub, keinen Tag Pause von der Krankheit. Also auch keinen Tag Urlaub von der Arbeit meint man bei der Lektüre seines neuen Buches. Schon einen Tag nach der Operation, bei der Schlingensief ein Lungenflügel entfernt wurde, beginnt er zu sprechen. Vornehmlich mit sich selbst und über alles, was ihn beschäftigt: Familie, Krankheit, Gott und die Welt. Und immer dabei sein eingeschaltetes Tonbandgerät. Schlingensief liefert mit seinem neuen Buch ein beeindruckendes Tagebuch seiner Krankheit indem er den Leser nicht nur an seiner Erkrankung, sondern auch an seinem Leben teilhaben lässt. weiter | |
| Gregor-vdk | |
| Schlingensief beginnt mit seinen Aufzeichnungen mit dem Tag, wo seine Krankheit diagnostiziert wird. Er nimmt ein Diktiergerät in die Hand und redet sich Panik, Angst und Hoffnung von der Seele. Alles Zustände, die ihn von Minute zu Minute überfallen. Dabei berichtet er sehr offen, was ihm geschieht. Normalerweise ist Schlingensief ein Macher und so lebt er für sich selbst und mit oder gegen Andere. Er möchte Dinge durchsetzten, und dabei geräht ihm sein eigener Körper in den Weg. Der Körper, der ihm sonst immer ermöglichte, sich durchzusetzen. Eine neue Erfahrung. Der Bericht geht über ein Jahr und ist in seiner Offenheit erschütternd und aufhellend zugleich. Schlingensief setzt sich auf rund 250 Seiten mit allem auseinander, wofür er sein Leben lebte. weiter | |
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