Erscheinungsjahr:
2003
284 Seiten - Taschenbuch
ISBN:
9783442453306
Der Wahlkreuzberger Lehmann ist noch keine dreißig, und er liebt sein ereignisloses Leben. Jahrelange Ausweichmanöver und heroische Trägheit haben ihn bisher erfolgreich vor den Ansprüchen seiner Umwelt verschont, bis das Jahr 1989 beginnt. Das Jahr der Wiedervereinigung stellt Herrn Lehmann auf eine harte Probe ...In seinem Debüt heftet sich Regener an die Fersen seines charmanten Protagonisten, der eine ungewöhnliche Reise durch den Mikrokosmos des Berliner Stadtviertels antritt.
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| Herr Lehmann heißt eigentlich Frank, aber weil er bald 30 wird, haben seine Freunde entschieden ihn nur noch "Herr Lehmann" zu nennen. Sein Leben ist bisher recht ereignislos gewesen, denn Herr Lehmann geht stets den Weg des geringsten Widerstandes. Doch dann kommt das Jahr vor der Wende und Herr Lehmann wird auf eine harte Probe gestellt. weiter | |
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| Frank Lehmann ist ein niederes Geschöpf, wenn man es so will. Sein Leben beinhaltet nichts aufregendes, nichts außergewöhnliches, nichts was es wert wäre in einem Roman niederzuschreiben. Doch Sven Regener tut es trotzdem. Vielleicht genau aus diesem Grund? Er beschreibt Herrn Lehmann, wie ihn alle nennen, als ein Wesen, das nicht lebt, sondern nur existiert. Sein Alltag besteht aus Kneipentouren und der Arbeit in einer Bar, in der er seinen Alkoholismus wunderbar ausleben kann. So beginnt das Buch auch damit, dass Herr Lehmann - völlig betrunken - sich auf dem Heimweg von der Arbeit von einem Hund bedroht fühlt. Beinahe lächerlich sind seine Gedankengänge, als er darüber sinniert, wie er sich nun zu verhalten habe. Er fängt sogar an, mit dem Hund zu reden und denkt allen Ernstes, er würde ihn verstehen. Im Endeffekt löst er das Problem aber doch relativ geschickt, indem er dem Hund Alkohol einflößt. Am nächsten Tag geht er ins Café seines besten Freundes Karl, wo er sich fürchterlich über die ganzen Spießer aufregt, die an einem Sonntagmorgen anscheinend nichts besseres zu tun haben, als mit ihrer Familie stundenlang zu Frühstücken. Trotz seiner Abneigung gegen diese Gesellschaft setzt er sich nieder, um zwei Bier zu trinken und etwas zu essen. Dabei unterhält er sich mit Katrin, einer Angestellten des Cafés über allerlei philosophische Themen und verliebt sich in sie. Später werden die beiden ein Paar, jedoch nur für begrenzte Zeit: Sie haben ganz verschiedene Vorstellungen darüber, was Partner füreinander sein sollten. Also trennen sie sich. Ein weiteres bewegendes Moment in Herrn Lehmanns Leben ist sein Besuch bei den Eltern, die ihm klar machen, dass er sich selbst zu Grunde richtet. Das bringt ihn völlig aus der Bahn, dachte er doch immer, er hätte sich ein einfaches zwar, aber dennoch sicheres Leben aufgebaut. Nicht minder belastet ihn auch der Nervenzusammenbruch seines Freundes Karl, der letztendlich sogar in eine Psychiatrie eingewiesen werden muss. Das alles wird dem armen Protagonisten zu viel: Er sucht Erlösung und meint, sie im Alkohol zu finden. weiter | |
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