Erscheinungsjahr:
Taschenbuch
ISBN:
9783150000915
Die Uraufführung von Heinrich von Kleists Lustspiel 'Der zerbrochne Krug', die unter der Leitung von Johann Wolfgang Goethe 1808 am Hoftheater in Weimar stattfand, wurde zu einem Misserfolg; erst von 1820 an eroberte das Stück die Bühnen. 'Der zerbrochne Krug' ist das Lustspiel vom Dorfrichter Adam, der gezwungen wird, über seine eigenen Verfehlungen zu Gericht zu sitzen. Das Stück lebt von seinen raschen Dialogen und prallen Charakteren, allen voran dem Dorfrichter selbst. Nur Kleists Humor, sein Sprachwitz und der versöhnliche Schluss des Stücks verhindern, dass aus dem Komödienstoff eine Tragödie wird, denn letztlich handelt das Stück von Vertrauen und Vertrauensmissbrauch. Der "Krug" ist ein Meisterwerk des Lustspiels und gehört zu den meistgespielten Stücken auf deutschsprachigen Bühnen.
Text in neuer Rechtschreibung. - Mit Anmerkungen von Helmut Sembdner und einem Nachwort.
| lesewut | |
| Der Schreiber Licht trifft am Morgen vor einer Verhandlung auf den Dorfrichter Adam, dessen Gesicht – wie er behauptet durch einen Sturz- schlimm zugerichtet ist und berichtet ihm, dass der strenge Gerichtsrat Walter der heutigen Verhandlung beiwohnen möchte, um Adams Arbeit zu beurteilen. Genau heute ist dem Richter Adam seine Perücke abhanden gekommen, deren Verbleib er mit fadenscheinigen Erklärungen zu Vertuschen versucht. Im Gerichtssaal erwarten ihn neben dem Gerichtsrat die Kläger Frau Marthe Rull und ihre Tochter Eve sowie der Angeklagte Ruprecht, Verlobter Eves, mit seinem Vater Bauer Veit Tümpel. Marthe beschuldigt Ruprecht, sich nachts in Eves Zimmer geschlichen zu haben und dabei einen alten Krug zerbrochen zu haben, während Richter Adam heimlich versucht durch ein Papier, das er bei sich trägt, Eve erpressen zu wollen. Nachdem die Mutter alles aus ihrer Sicht geschildert hat, schließt sich plötzlich die Tochter ihrem Verlobten an und berichtet er habe lediglich einen fremden Mann in Eves Zimmer mit Schlägen auf den Hinterkopf vertrieben. Richter Adams Verhalten wird immer absonderlicher und als er Eve offenkundig droht, will ihn der Gerichtsrat seiner Stelle verweisen. Eve jedoch nennt den Namen des Täters immer noch nicht, weshalb die Muhme Brigitte in den Zeugenstand gerufen wird, die als Beweismaterial die Richterperücke, die sie am Tatort gefunden habe, mitbringt und auf Fußspuren von Rulls Haus zum Richterhaus hinweist. Der in die Enge getriebene Richter verurteilt daraufhin kurzer Hand Ruprecht, um sich aus der Schlinge zu ziehen, woraufhin Eve gesteht: Der Richter Adam habe den Krug zerbrochen. Adam flieht daraufhin, Eve fleht den Gerichtsrat an, er möge Ruprecht freisprechen. Der Richter Adam hätte behauptet, Ruprecht von einem angeblichen Kriegsdienst zu befreien und ihr ein gefälschtes Papier vorgelegt und als Gegenleistung schändliche Dinge erwartet. Adam wird sofort suspendiert und der Schreiber Licht als sein Nachfolger eingesetzt, Rulls und Ruprecht versöhnen sich wieder und Marthe möchte vor das Gericht Utrecht ziehen. weiter | |
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