Erscheinungsjahr:
2010
250 Seiten - Taschenbuch
ISBN:
9783896917768
Aus Mais erschufen die Götter den Menschen - so heißt es im Schöpfungsmythos der Maya. Heute müssen Mexiko und Guatemala diesen Rohstoff für Tortillas, Tacos oder Tamales aus den USA importieren, um ihren Bedarf zu decken. Vor wenigen Jahren erst führte der drastische Anstieg des Maispreises in Mexiko zum so genannten "Tortilla-Krieg". Die Nahrungsmittelkrise lässt sich vielfältig begründen: Die Strukturanpassungspolitik des IWF führte zur Verdrängung einheimischer Kleinbauern durch ein transnationales Agrobusiness, Klimawandel und Biotreibstoffboom bedrohen vielerorts die Nahrungsmittelproduktion. Nahrung, Ernährung, Essen - dies sind die zentralen Themen des Jahrbuchs Lateinamerika 33. Ausgewiesene ExpertInnen analysieren und diskutieren Konzepte von Ernährungssicherheit, nationale Agrarpolitiken, Kleinbauern- und Landlosen-Initiativen. Gesellschaftliche Phänomene sowie kulturelle Traditionen und Brüche werden auch aus ungewöhnlichen Perspektiven beleuchtet, so z.B. der Zusammenhang zwischen weiblichen Rollenklischees und Ernährung oder auch der Wandel der lokalen Produktion in Guatemala durch den Anbau von Brokkoli. Ein Blick in die Kochtöpfe der Menschen wirft Fragen auf: Wie hat sich der Menüplan gewandelt - und was hat das mit der großen Politik zu tun?
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